capty ist live: Wie aus einem Problem im Marketing-Alltag ein Produkt wurde

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Hinter den Kulissen

capty ist live: Wie aus einem Problem im Marketing-Alltag ein Produkt wurde

Heute schalten wir die erste Version von capty live. Angefangen hat alles damit, dass ich als Marketing Manager ein Tool gesucht habe, das es nicht gab — und mir irgendwann selbst einen Prototypen gebaut habe. Die Geschichte dahinter.

Es ist so weit: capty ist live.

Das ist ein Satz, den wir uns seit Februar aufgeschrieben, wieder gestrichen und verschoben haben. Heute stimmt er. Und weil hinter diesem Satz mehr steckt als ein Deploy, erzählen wir an dieser Stelle einmal, wie es dazu gekommen ist.

Angefangen hat es mit einem Problem, das ich selbst hatte

Ende letzten Jahres saß ich in meinem Job als Marketing Manager und hatte ein Problem, das vermutlich viele kennen, die Social Media für ein Unternehmen machen: Der Content war da. Die Fotos vom Termin, das Video von der Messe, die Bilder aus der Produktion. Was fehlte, war die Zeit, daraus für jede Plattform etwas zu machen, das auch nach uns klingt.

Denn genau das ist der Punkt. Ein Beitrag für LinkedIn funktioniert anders als einer für Instagram, und der für TikTok wieder anders. Nicht nur in der Länge — in der Haltung. Wer das ernsthaft macht, schreibt jeden Beitrag dreimal. Wer die Zeit dafür nicht hat, postet überall dasselbe und wundert sich, dass es nirgendwo richtig zündet.

Also habe ich gesucht. Nach einem Tool, das drei Dinge zusammenbringt:

  • Es kennt die Markenstimme und hält sie durch — nicht nur im einzelnen Beitrag, sondern über Wochen hinweg.
  • Es versteht Fotos und Videos und schreibt auf Basis dessen, was tatsächlich zu sehen ist.
  • Es macht daraus plattformspezifische Beiträge, nicht einen Text mit vier Kopien.

Gefunden habe ich es nicht. Es gab Planungstools, die hervorragend planen und nichts schreiben. Es gab Textgeneratoren, die auf Zuruf etwas ausspucken, aber beim nächsten Mal wieder bei null anfangen und nicht wissen, dass du letzte Woche schon dreimal „spannend" geschrieben hast. Und es gab große Suiten, in denen das alles irgendwo drin ist, aber so tief vergraben, dass man ein Onboarding braucht, um einen Beitrag rauszubekommen.

Irgendwann habe ich angefangen, es selbst zu bauen

Nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Ungeduld. Ein Prototyp mit KI, zusammengesteckt an Abenden und Wochenenden, mit dem einzigen Ziel, mir meine eigene Arbeit leichter zu machen.

Und dann passierte das, was man vorher nicht planen kann: Es funktionierte. Nicht schön, nicht stabil, aber der Kern stimmte. Ich habe ein Foto hochgeladen und drei Texte zurückbekommen, die tatsächlich unterschiedlich waren — und die geklungen haben wie wir.

Nach ein paar Tests habe ich Michel dazugeholt. Wir kennen uns lange, und ich wollte vor allem eine ehrliche Einschätzung: Ist das nur für mich nützlich, oder steckt da mehr drin?

Seine Antwort war kürzer, als ich erwartet hatte. Er wollte an Bord, um aus dem Prototypen ein richtiges Produkt zu machen.

Februar 2026: der Punkt, an dem es ernst wurde

Von da an war es kein Feierabendprojekt mehr.

Wir haben angefangen, wo man anfangen muss, wenn aus einem Prototypen etwas werden soll, das andere Menschen benutzen: bei der Struktur. Wireframes. UX-Frameworks. Die Frage, in welcher Reihenfolge jemand eigentlich denkt, der einen Beitrag erstellen will — und nicht, in welcher Reihenfolge es technisch am einfachsten wäre.

Parallel dazu die Dinge, die man unterschätzt, bis man mittendrin steckt: die Namensfindung, bei der wochenlang nichts passt und dann plötzlich etwas sitzt. Das Logo. Der Code, der Stück für Stück wuchs, API-Reviews, Schnittstellen zu den Plattformen, die alle ihre eigenen Regeln haben.

Und viele gemeinsame Worksessions, die abends anfingen und erst deutlich später endeten. Es gab Abende, an denen wir etwas fertig hatten, und Abende, an denen wir feststellten, dass ein ganzer Bereich so nicht funktioniert und wieder rausfliegt. Das gehört dazu. Verworfen haben wir mehr, als am Ende drin ist — und das ist gut so, denn das meiste davon hättest du uns später zu Recht um die Ohren gehauen.

Sascha und Michel an einem Tisch mit zwei Laptops und einem iPad, im Hintergrund eine Küchenzeile
6. Februar 2026 — eine der ersten gemeinsamen Sessions, wenige Tage nach dem Startschuss. So sah der Großteil der letzten Monate aus: zwei Rechner, ein Tisch, und am Ende meistens die Frage, ob das so bleiben kann.

Der Moment, der uns sicher gemacht hat

Irgendwann haben wir angefangen, capty ersten Leuten außerhalb zu zeigen.

Am meisten gelernt haben wir dabei nicht von den Social-Media-Profis — die haben verstanden, was wir gebaut haben, aber die kennen das Problem ja ohnehin. Überzeugt hat uns, dass auch Leute, die beruflich nichts mit Social Media zu tun haben, nach zwei Minuten sagen konnten, wofür das gut ist.

Das war für uns das Signal. Wenn jemand ohne Vorwissen sofort erkennt, welchen Unterschied das im Alltag eines Unternehmens macht, dann erklärt sich das Produkt selbst. Und dann muss man es bauen.

Heute, nach gut sieben Monaten

Die erste Version ist live. Du kannst deine Kanäle verbinden, deine Brand Voice einrichten, Fotos und Videos hochladen und daraus für jede Plattform eigene Beiträge erzeugen, planen und veröffentlichen — inklusive Freigaben, wenn im Team oder beim Kunden noch jemand draufschauen soll.

Und jetzt der ehrliche Teil: Es ist eine erste Version. Es gibt Stellen, die noch nicht rund sind. Es gibt Funktionen, die wir schon im Kopf haben und die noch nicht drin sind. Analytics läuft bewusst als Beta, weil wir lieber offen sagen, wo wir stehen, als so zu tun, als wäre alles fertig.

Aber genau darauf freuen wir uns am meisten. Wir haben capty entwickelt, weil uns ein Werkzeug gefehlt hat. Wie es weitergeht, wollen wir nicht allein im stillen Kämmerlein entscheiden, sondern mit den Menschen, die damit arbeiten. Wenn dir etwas fehlt, etwas nervt oder etwas schlicht nicht funktioniert: Sag es uns. Im Tool gibt es dafür unter Help ein Ticketformular, das direkt bei uns landet — nicht in einem Support-Trichter.

Wir lesen jedes davon. Aktuell sind wir zu zweit, da geht das noch.

Danke, dass du dabei bist.

Sascha & Michel


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